Kreuzzüge, Heidenkampf und Ketzerverfolgung unter regionalem Aspekt

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First published: 2000
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„Als Barbarossa lobesam ins Heilge Land gezogen kam...“ Wer erinnert sich nicht dieser Verse Uhlands aus der ungemein faszinierenden Epoche der Kreuzzüge – aus jener vergangenen Zeit einer mystisch-religiös geprägten Welt des mittelalterlichen Rittertums, als noch Schlachten mit dem Schwert entschieden wurden?
Wie viel packender muss eine solche Geschichte sein, wenn man sie anhand regionaler Bezüge vermittelt bekommt? – und die sind, wider Erwarten der Meisten von uns, sehr beachtlich! Dabei zeichnen wir nicht nur die bekannten Kreuzzüge Barbarossas oder Heinrichs des Löwen nach, sondern wir setzen immer den Akzent auf den regionalen Bezug. Wenigstens begleiten wir dann den heimischen Adel auf den Zügen der Großen.
Aber wer weiß schon, dass der Bischof Konrad I. von Hildesheim einen Kreuzzug nach Palästina geführt hat – und dass der sogar noch größer und erfolgreicher war als derjenige Barbarossas? Er fand nur nicht die gleiche Beachtungl– wurde nicht einmal gezählt.
Haben wir einst in der Schule gelernt, dass es sieben Kreuzzüge gab, so ist der Unterschied dieser offiziellen Zählung zur Wirklichkeit schlicht gravierend. Diese wird insofern der umfassenden Bedeutung dieses einzigartigen Phänomens des Hochmittelalters in keinster Weise gerecht. Zwar schlug die religiöse Begeisterung im kühleren Norden nicht solche Kapriolen wie beispielsweise im Rheinland, doch gerade für große Bereiche „Niedersachsens“ fanden Kreuzzüge, und zwar zum „Heidenkampf“, über Jahrhunderte beinahe jährlich statt – die Zählung solcher Kriegszüge (mit päpstlicher Sanktionsbulle und Sündenablass) wird dann bald dreistellig... Die Hauptlast dieser Kreuzzüge trugen die Bewohner unserer (nieder-) sächsischen Region!
Wer weiß schon, dass auch ein anderer Hildesheimer Bischof (Konrad II.) in großem Stil und überregional Kreuzzüge in päpstlicher Sondermission organisierte – ebenso war er einer der wenigen großen Vorkämpfer der irrwitzigen Ketzerverfolgung und bemüht, die unsägliche Inquisition über die Alpen zu holen...
Wer weiß schon, dass selbst in „Niedersachsen“ Kreuzzüge stattfanden, und dass es sich dabei gar noch um deren grausame Steigerung so genannter „Ketzerkreuzzüge“ handelte, wie man von solchen vielleicht einmal bezüglich der in Südfrankreich tobenden Vernichtungskriege gegen die Albigenser gehört hat?
Zu all den Aspekten hat unsere Region, wie angedeutet, Persönlichkeiten und Ereignisse von außerordentlich überregionaler Bedeutung aufzuweisen.
Dennoch führt diese zweifellos großartige Geschichte, gerade in der Geschichtsschreibung der Kirche, immer noch ein Schattendasein, wenngleich sie das Leben unserer Vorfahren in hohem Maße bestimmte. Dass man aber jene Zeit der „Heiligen Kriege“ nicht wahrnehmen will oder „darf“, weil sich damit naturgegeben auch Religionskritik verbindet, sollte ja wohl nicht mehr in unsere angeblich doch so aufgeklärte Zeit gehören.
Dem Leser wird anhand dieser maßgeschneiderten Darstellung die Möglichkeit dargeboten, eine an Dramatik wohl kaum zu überbietende abendländische Geschichte anhand beinahe „persönlicher“ Bezugspunkte hautnah nachzuvollziehen.

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